Warum feiern wir eigentlich Weihnachten?
Heilige Nacht

In vielen Familien ist es der Höhepunkt des Jahres, wenn alle unter dem reich geschmückten Baum zusammenkommen, die Stube in festliches Licht getaucht ist, die Kinder mit glänzenden Augen die Geschenke bestaunen und man einfach die Sorgen des Alltags vergessen kann. Das Weihnachtsfest und die Adventszeit üben einen unverwechselbaren Zauber auf die Menschen aus. Wenn die Tage kürzer und kälter werden und man spürt die Winterzeit nahen, können sich viele über das Ende der letzten warmen Herbsttage hinwegtrösten, indem sie an das nun kommende Weihnachtsfest denken.

Doch warum wird gerade in der westlichen Welt Weihnachten so wichtig für die meisten Menschen? Ist es Tradition, Religion oder gibt es auch noch andere Gründe?

Natürlich ist Weihnachten zunächst ein christliches Fest. Am 25. Dezember wird von 2 Milliarden Christen weltweit die Geburt Christi gefeiert.

Doch warum wurde genau dieses Datum von der Kirche festgelegt? In der Bibel ist kein genauer Geburtstag des Jesukindes genannt. Die Festlegung des Datums auf Ende Dezember dürfte verschiedene Gründe. In fast allen Kulturen, die in der westliche Welt bekannt waren, seien es Germane, Kelten, Römer oder Perser, wurde seit jeher die Sonnenwende gefeiert, der Tag, von dem an die Tage wieder länger werden. Aus diesem Brauch könnte die Festlegung des Datums entstanden sein. Und auch aus natürlichen Bedürfnis der Menschen, in der kalten und langen Winterzeit, in der auf Feld und Wiese nichts gedeiht, durch die christliche Botschaft der Geburt des Heilands von der Hoffnung auf eine Erlösung, und sei es nur von Eis und Schnee, zu zehren.

Man darf aber nicht vergessen, dass nach rein christlichen Gesichtspunkten Weihnachten nicht das höchste Fest im Kirchenjahr ist. Es markiert zwar die Geburt Jesu, das höchste Fest ist allerdings Ostern, bei dem die Auferstehung des Gottessohnes begangen wird.

Dass das Weihnachtsfest in so vielen Familien trotzdem so viel aufwändiger begangen wird als Ostern, ist dann sicher mit der Tradition zu erklären. Gerade in der kalten und dunklen Jahreszeit haben die Menschen mehr das Bedürfnis, zusammenzurücken, sich in ihr Zuhause zurückzuziehen und einfach ein paar ruhige Tage mit der Familie in besinnlicher Atmosphäre und bei guten Essen zu genießen.

Auch wenn damit das Datum und der Anlass für das Weihnachtsfest erklärt sind, fragen sich doch viele, woher die vielen Symbole kommen, die uns rund um Weihachten jedes Jahr begegnen.

Der Weihnachtsbaum

Woher kommt beispielsweise der Brauch, einen Tannenbaum festlich zu schmücken und wie wurde der Christbaum zum zentralen Symbol des Weihnachtsfestes?

Auch dieser Brauch findet seine Wurzeln in nicht-christlichen Kulturen. Für die Germanen waren die immergrünen Tannen ein wichtiges Fruchtbarkeitssymbol und gaben Hoffnung auf die Wiederkehr des Frühlings nach der Winterzeit. Im antiken Rom wurden die Tannenzweige ins Haus geholt, um Unheil und böse Geister fernzuhalten.­

Die Herausbildung der Tradition des Baumschmucks erfolgte erst später, im 17. Jahrhundert. Zunächst wurde der Baum mit allem geschmückt, was gerade zur Hand war, mit dem Aufkommen der Industrialisierung wurde Weihnachtsschmuck dann im 19. Jahrhundert schließlich systematisch hergestellt und verkauft.

Weihnachtsmann und Christkind

Auch der Weihnachtsmann und das Christkind, die zu Weihnachten die Geschenke bringen und Kinderaugen leuchten lassen, sind mittlerweile untrennbar mit dem Weihnachtsfest verknüpft. Doch alt sind diese Symbole noch nicht. Die Figur des Christkindes wurde im 16. Jahrhundert durch Martin Luther geprägt. Damals brachte noch der Nikolaus am 06. Dezember die Geschenke, eine Bescherung zu Weihnachten gab es noch nicht. Luther wollte als Protestant die Verehrung der Heiligen, wie den heiligen Nikolaus, einschränken und die Aufmerksamkeit mehr auf das Weihnachtsfest und die Geburt Jesu lenken und etablierte das Weihnachten als Rahmen der Bescherung. Aus dem Christuskind entwickelte sich dann über die Jahre die Vorstellung des Christkindes im weißen Kleid und mit engelsgleicher Erscheinung. Heute kennen die Kinder das Christkind aber vor allem aus Erzählungen ihrer Eltern, da es ungesehen die Geschenke unter dem Baum ablegt und genauso geheimnisvoll die weihnachtliche Stube wieder verlässt.

Der Weihnachtsmann hingegen ist aus der Figur des Heiligen Nikolaus und seinem Knecht Ruprecht entstanden. Zunächst hat er artige Kinder belohnt und unartige bestraft, aber nach und nach prägte sich das Bild des lächelnden und gütigen Mannes in der roten Kutte. Flächendeckend setzte sich die Vorstellung des Weihnachtsmannes in Europa erst vor ca. 100 Jahren durch. Zu dieser Zeit wurde dem Weihnachtsmann auch noch kein genormtes Erscheinungsbild zugeordnet. Vielmehr trug er blaue, rote oder goldfarbene Mäntel. Erst die durch die Weihnachtswerbung von Coca-Cola entworfene Figur vereinheitlichte das Bild des Weihnachtsmannes und ist heute Groß und Klein bekannt.

Sterne und Engel

Krippe

Im Weihnachtsschmuck finden sich häufig Sterne in allen Formen und Farben wieder und auch Engel sind ein wichtiger Bestandteil der Weihnachtsdekoration. Diese Symbole haben ihren Ursprung in der biblischen Weihnachtsgeschichte. Die heiligen drei Könige, auch als „Weise aus dem Morgenland“ bezeichnet, sind nach der Bibel Sterndeuter aus dem Osten, die von einem besonders hellen Stern nach Bethlehem und zur Krippe mit dem Jesuskind geführt werden. Auch der Engel spielt eine wichtige Rolle in der biblischen Weihnachtsgeschichte. In vielen Religionen sind Engel die Boten des Himmels und ebenfalls ist es ein Engel, der den Hirten auf den Weiden vor der Stadt Bethlehem die Geburt Jesu verkünden. Hirten und Weise aus dem Morgenland finden durch die Weihnachtssymbole Stern und Engel also ihren Weg zum Stall, wo Josef und Maria bei ihrem neugeborenen Kind Jesus wachen. Diese Momentaufnahme ist die vielfach wiedergegebene Krippenszene, die auch heute noch in unterschiedlichsten Ausführungen als Weihnachtskrippe ei­­­n wichtiger Bestandteil des Weihnachtsschmucks in vielen Familien ist.

Egal, ob Weihnachten für Sie und Ihre Familie ein religiöses oder mittlerweile eher ein kulturelles Fest ist: Dem Zauber der Weihnacht kann sich niemand entziehen und es ist jedes Jahr wieder etwas ganz Besonderes, wenn alle unter dem Weihnachtsbaum zusammenkommen und ein paar friedliche Tage im Kreise ihrer Lieben verleben.