Wie werden Krippenfiguren korrekt aufgestellt?
Krippe

Die Weihnachtskrippe ist in vielen Familien ein nicht wegzudenkender Bestandteil der alljährlichen Weihnachtsdekoration. Wenn Josef, Maria und das Jesuskind liebevoll in ihrem Stall aufgestellt sind, dann kann Weihnachten werden.

Aber warum wird die Krippe zur Weihnachtszeit aufgestellt? Und wie werden die Krippenfiguren richtig angeordnet? Diese Fragen stellen sich nicht nur die Kinder, wenn die Weihnachtstage näher rücken.

Die Krippenszene, die alljährlich in den weihnachtlichen Wohnstuben dekoriert wird, repräsentiert die Weihnachtsgeschichte nach den Evangelisten Matthäus und Lukas. Sie findet ihren Ursprung bereits im Frühchristentum. Die Darstellungen der Krippenszene aus dieser Zeit zeigen zunächst jedoch das Jesuskind allein in seiner Krippe im nächtlichen Stall, nur begleitet von Ochs und Esel. Die anderen Figuren fanden erst nach und nach ihren Einzug in die Illustrationen der Krippenszenen.

Traditionell wird die Krippe als sehr festliche Weihnachtsdekoration erst kurz vor dem Weihnachtsfest aufgestellt. In vielen Familien wird aber mit der Weihnachtsdekoration nach Totensonntag Ende November begonnen und um sich länger am Anblick der Krippe zu erfreuen und die Vorfreude auf das Weihnachtsfest zu genießen, wird die Weihnachtskrippe auch häufig schon zusammen mit den ersten Weihnachtsdekorationen hervorgeholt.

Das Bestücken der Krippe mit den Krippenfiguren kann dann entweder nach und nach entsprechend des Erscheinens der Figuren in der biblischen Weihnachtsgeschichte erfolgen oder aber auch auf einen Schlag direkt beim Aufstellen der Krippe. Während das erste Vorgehen ähnlich eines Adventskalenders das Warten aufs Weihnachtsfest verkürzen kann, birgt die zweite Aufstellungsweise den Vorteil, dass sich die Familie direkt an der kompletten Krippenszene erfreuen kann.

Erstere Version eignet sich auch gut, um Kindern das Geschehen rund um Weihnachten näher zu bringen.

Das wichtigste Element einer Weihnachtskrippe ist das Jesuskind in der eigentlichen Krippe. Maria und Josef wachen bei ihm in der Heiligen Nacht. Diese Szene wird üblicherweise in der Umgebung eines Stalls gezeigt, da dies die Weihnachtsgeschichte der Bibel originalgetreu wiedergibt. Manche Krippenszenen stellen die Krippe mit dem Jesuskind aber auch in einer Höhle oder einem Zelt dar. Wichtig für den Kontext ist die Unterbringung der Heiligen Familie in sehr einfachen Verhältnissen, da sie laut den Evangelien von Lukas und Matthäus an sämtlichen Herbergen abgewiesen wurden und mit dem Stall vorlieb nehmen mussten. Ochse und Esel sind häufig Bestandteil der Weihnachtskrippe, auch wenn sie in den Evangelien eigentlich keine Erwähnung finden. Diese Stalltiere symbolisieren jedoch die einfache und ärmliche Her- und Unterkunft des Jesuskindes. Diese Kernfiguren der Krippenszene sind zum Weihnachtsfest zumeist komplett aufgestellt.

In vielen Krippenszenen werden zusätzlich die Hirten mit ihrer Schafherde dargestellt. Nach der Weihnachtsgeschichte erschien den Hirten in der Heiligen Nacht, während sie ihre Herde auf den Feldern vor den Toren Bethlehems hüteten, der Engel Gabriel. Er verkündete ihnen die Geburt Jesu und dass ihnen der Stern von Bethlehem den Weg zum Stall und dem neuen König weisen würde.

Daher darf der Stern über dem Dach des Krippenstalls in keiner Krippe fehlen, denn er ist das Symbol dafür, dass die frohe Botschaft von der Geburt Jesu in alle Welt verkündet werden sollte. Die Hirten, meistens zwei bis drei, dargestellt mit ihren Schafen und teilweise mit einem Hütehund, vervollständigen dann die Krippenszene zum Zeitpunkt der Heiligen Nacht.Heilige Nacht

In den Tagen nach Heiligabend treffen laut der Weihnachtsgeschichte noch weitere Personen im Stall von Bethlehem ein, um das Jesuskind zu begrüßen. In der Bibel ist von den Weisen die Rede, deren Zahl und Namen werden nicht genannt. Die Anzahl, die Bezeichnung Heilige drei Könige sowie die Namen Caspar, Melchior und Balthasar sind Ergebnis der Legendenbildung um die Weihnachtsgeschichte. Die Weisen sind ebenfalls dem Stern von Bethlehem zur Krippe gefolgt und bringen die Geschenke Weihrauch, Myrrhe und Gold mit.

Die Weisen symbolisieren in frühen Darstellungen die im Frühchristentum bekannten drei Kontinente Europa, Afrika und Asien, daher wird der Weise Caspar mit dunkler Hautfarbe dargestellt. Die drei Könige werden in Krippenszenen gelegentlich von Elefanten oder Kamelen als Last- und Reittiere begleitet.

Die Weisen können entweder direkt beim Aufstellen der Krippe mit dekoriert oder aber erst zum Fest der Heiligen drei Könige am 06. Januar ergänzt werden. Die Krippe bleibt meist bis zum Ende der Weihnachtszeit in der Wohnstube. Früher war dies das Fest Maria Lichtmess am 02. Februar, mittlerweile hat sich aber der Sonntag nach dem Fest der Heiligen drei Könige oder gar der Feiertag Heilige drei Könige selbst als Endzeitpunkt der Weihnachtszeit etabliert.

Wie die Figuren in der Krippe angeordnet werden, ist letztendlich Geschmackssache. Im Zentrum sollten natürlich das Jesuskind sowie Maria und Josef stehen. Eine Beleuchtung im Inneren des Stalls lässt die Szene in wohligem Licht erscheinen und die einzelnen Figuren können besser betrachtet werden. Eine Ausrichtung der Figuren zueinander wie in einer Unterhaltung lässt die Szene lebendig erscheinen, eine Ausrichtung der Figuren zum Jesuskind entspricht am ehesten der Weihnachtsgeschichte nach den Evangelisten Lukas und Matthäus. Manche Familien bevorzugen es auch, wenn die Figuren dem Betrachter zugewandt sind.

Wie auch immer Sie ihre Krippe einrichten und wie lange Sie sich an dieser besonders festlichen Dekoration erfreuen: Wir wünschen Ihnen ein schönes Weihnachtsfest.